Kultivierung im Himmelreich-Orchester

Kultivierung im Himmelreich-Orchester - European Tian Guo Marching Band

Sehr verehrter Meister,
liebe Mitpraktizierende,

im Jahr 2018 bin ich der kleinen Trommelgruppe des Himmelsreich-Orchesters beigetreten. Durch meine fast zwanzigjährige Kultivierung bemühe ich mich im Alltag und bei der Arbeit, gemäß Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht zu handeln.

Dadurch gelingt es mir weitgehend, mein Verhältnis zu den gewöhnlichen Menschen gut zu gestalten, sodass es kaum Konflikte oder Auseinandersetzungen gibt. Ich nehme sehr gerne an den Aktivitäten des Orchesters teil, da es eine wunderbare Gelegenheit ist, gemeinsam mit den Mitpraktizierenden mich zu kultivieren und zu erhören.

Körperliche Belastungen

Als ich erstmals bei den Aktivitäten des Himmelsreich-Orchesters mitmachte, empfand ich die Herausforderung als ziemlich groß. Bei Paraden muss ich mich darauf konzentrieren, die Stücke zu spielen. Doch wenn ich auf der Straße marschiere, muss ich auf den Stabführer achten, als auch auf den Straßenbelag und Hindernisse.

Dazu kommen noch die Reaktionen der Passanten und andere Faktoren. All dies hinderte mich oft daran, meine Gedanken völlig auf das Spielen zu fokussieren. Ich musste mich häufig selbst daran erinnern, mich auf das Spielen zu konzentrieren.

Nach einiger Zeit beim Marschieren spürte ich, dass das Gestell der Trommel meine Schultern stark belastete, besonders die linke Schulter. Der Schmerz war manchmal so stark, dass die Bewegung meines linken Arms eingeschränkt war.

In Hong Yin I – Das Herz leiden lassen (Nr.1) - sagt der Meister:

„Hundert Bitternisse gleichzeitig herabfallen, Dann sehen, wie er lebt.“

So dachte ich, es sei nur ein bisschen körperlicher Schmerz, noch keine „Hundert Bitternisse“. Nach einigen Tagen würde es schon wieder verschwinden. Tatsächlich war meist am nächsten Morgen der Schmerz fast verschwunden und es beeinträchtigte mich kaum beim Spielen am nächsten Tag.

Im zweiten Jahr schmerzten meine Schultern nach jeder Parade etwa eine Woche lang. Nach der letzten Aufführung jenes Jahres hielt der Schmerz über eine lange Zeit an. Sobald mein linker Arm eine bestimmte Position einnahm, spürte ich Schmerzen in der Schulter. Dieser Zustand dauerte fast ein Jahr. Zunächst nahm ich den Schmerz nicht sehr ernst. Doch mit der Zeit wuchs meine Sorge: War das noch normal?

Bei einem Austausch mit einer Mitpraktizierenden erwähnte ich, dass mein körperlicher Zustand schon längere Zeit andauerte. Sie antwortete, dass diese Phase bei ihr schon vorbei sei. Ich war erstaunt und fragte: Was für eine Phase? Sie erklärte, dass zu Beginn ihrer Zeit bei der Band, vielerlei Störungen vor jeder Teilnahme an einer Orchesteraktivität auftauchten: körperliche Leiden, Xinxing-Prüfungen bzw. familiäre

Konflikte oder Schwierigkeiten bei der Anreise. Doch hielt sie fest daran, immer an den Aktivitäten teilzunehmen. Heute läuft vieles reibungsloser. Selbst wenn Probleme auftreten würden, kann sie sie schnell mit aufrichtigen Gedanken betrachten und lässt sich nicht davon ablenken, sodass die Orchesteraufführung nicht beeinträchtigt wird.

In Zhuan Falun (Lektion 7) sagt der Meister:

„Und besonders für einen Praktizierenden ist es folgendermaßen: Im Zuge deiner Kultivierung werden dir auf unterschiedlichen Ebenen einige Schwierigkeiten eingerichtet. All das ist dein Karma; das sind deine eigenen Schwierigkeiten. Sie werden dir auf unterschiedlichen Ebenen gestellt und dienen zu deiner Erhöhung. “

Ich dachte: Warum sollte ich mich sorgen? All das ist mein eigenes Karma von früher. Wenn es nun abgebaut wird, ist das doch eine gute Sache! Im dritten Jahr verschwand der Schmerz plötzlich, sodass ich ungestört an den Dafa-Aktivitäten teilnehmen konnte. Heute verspüre ich bei Paraden noch gelegentlich Schmerzen in der linken Schulter, doch nur noch ganz leicht.

Mein Verständnis über die Übungen

Es gelingt mir nicht, jeden Tag Übungen zu machen. Deshalb bin ich bei jedem Orchestertreffen sehr dankbar, dass ich durch die Mitpraktizierenden motiviert werde, am Morgen gemeinsam zu üben. Da wir zusammen übernachten, fällt das frühe Aufstehen weniger schwer. Während der Übungen bemühe ich mich stets, dass meine Bewegungen korrekt sind. Daher schaue ich ab und zu auf meine Haltung.

Bei der zweiten Übung spürte ich, dass meine beiden Hände über dem Kopf in der richtigen Position einander gegenüberstehen. Doch wenn ich meine Augen öffnete und hinschaute, bemerkte ich, dass meine rechte Hand höher war als die linke und zudem weiter vorne stand. Nachdem ich die Haltung korrigiert hatte, fühlte es sich mit geschlossenen Augen so an, als seien die Hände versetzt — und ich zweifelte, ob meine Wahrnehmung selbst fehlerhaft sei.

Der Meister sagt im Zhuan Falun (Lektion 1) : „Manche machen die Übungen nach Gefühl. Was ist schon dein Gefühl? Es ist nichts. Der wirkliche Entwicklungsprozess findet in den anderen Räumen statt und ist äußerst kompliziert und unglaublich wundervoll.“

Wir glauben oft, wir kennen unseren Körper gut, doch in Wahrheit haben wir bei unseren Gliedmaßen spürbare Abweichungen. Im Übungsprozess zeigte sich deutlich, wie sehr unsere Wahrnehmung fehlerhaft sein kann. Das regte mich an, auch in anderen Dingen zu reflektieren: Wenn ich von etwas überzeugt bin, oder wenn ich denke, dass ich etwas genau weiß, könnte ich mich dennoch in derselben Art irren? Ich sollte demütiger sein und mich öfter fragen, ob ich mich geirrt habe. Der Prozess, die eigene Haltung im Üben zu korrigieren, ist zugleich ein Prozess, die eigene Erkenntnis zu korrigieren und sich zu erhöhen.

Jedes Mal, wenn ich die Übungen mache, folge ich genau dem Wortlaut des Meisters und bemühe mich, die Bewegungen korrekt auszuführen. Sobald meine Gedanken abschweifen, geschieht es bei der dritten und vierten Übung oft, dass meine Bewegung schneller ist als der Meister es ansagt. Daher zwinge ich mich, darauf konzentriert zu sein, den Worten des Meisters zu folgen.

Wenn mehrere Mitpraktizierende gemeinsam üben, kommt es oft zu ungleichmäßigen Bewegungen.

In der Fa-Erklärung auf der ersten Fa-Konferenz in Nordamerika 1998 sagte der Meister:

„Denn wir verstärken dabei die Mechanismen, es geht schon, wenn du die Übungen im Großen und Ganzen den Übungskassetten entsprechend machst. Wenn man zusammen die Übungen macht, sollen die Bewegungen in Übereinstimmung und gleich sein.“

Die fünfte Übung ist für mich am schwierigsten. Zu Beginn konnte ich nur 15 Minuten im einfachen Lotussitz bleiben; über mehr als ein dutzend Jahre steigerte ich mich schließlich auf eine Stunde im doppelten Lotussitz.

In den Jahren zweifelte ich ein paar Mal, ob ich das Ziel überhaupt erreichen könne, ob meine körperlichen Voraussetzungen genügten. Ich beneidete andere, die mühelos lange im doppelten Lotussitz bleiben konnten.

Der Meister sagt in der Fa-Erklärung während der Fa-Konferenz in Houston 1996: „Es wird verlangt, dass man letztendlich den Doppellotussitz schafft, man kann Schritt für Schritt praktizieren, und alle können den Doppellotussitz schaffen. In China haben alte Menschen mit über 80 Jahren allmählich auch den Doppellotussitz geschafft, das ist kein Problem. Du brauchst nur zu praktizieren, dann wirst du das allmählich schaffen.“

Ich sagte mir: Ich vertraue dem Meister und dem Fa. Ich soll keine Ausreden suchen, sondern einfach weiter üben und mein Karma abbauen. Eines Tages werde ich es schon schaffen.

Im Alltag versuche ich, beim Fa-Lesen und bei anderen Gelegenheiten im Lotussitz zu sitzen. Wenn ich den ganzen Tag bei den Dafa-Aktivitäten unterwegs war, spürte ich manchmal ein Brennen in den Beinen und Müdigkeit am Körper. Doch im Lotussitz tritt oft eine rasche Erholung ein.

Anfangs schmerzte es so stark, dass ich kaum in den doppelten Lotussitz gelangte. Doch meiner Erfahrung nach, spürte ich inmitten dieses heftigen Schmerzes eine Art sich ausdehnende Leichtigkeit. Nach ein paar Minuten nimmt der Schmerz rasch ab, und die Energie fließt durch ganzen Körper durch, ein wunderbares Gefühl. Meine Kraft kehrte rasch zurück.

Die Länge, die ich im Lotussitz bleiben kann, wuchs sprunghaft. Das hängt eng mit dem Durchbruch meiner Xinxing zusammen.

Wie der Meister im Zhuan Falun, Lektion 1 sagt: „Wenn sich deine Xinxing erhöht hat, wird sich dein Körper sehr stark verändern; wenn sich deine Xinxing erhöht hat, werden sich die Substanzen an deinem Körper garantiert verändern.“

Konflikte sind Chancen, nach innen zu schauen

Wenn Praktizierende zusammenkommen, dann treten auch Konflikte auf. Doch sie sind zugleich Chancen für die Kultivierung und die Erhöhung. Während einer Orchesteraktivität diskutierte ich abends im Hotelzimmer mit einer Mitpraktizierenden über die Qualität der Hotels, in denen wir in diesem Jahr übernachtet hatten.

Bei einem Hotel in einer Stadt war ich besonders unzufrieden und warf hartnäckig vor, dass die lokalen Praktizierenden aus Bequemlichkeit immer das gleiche Hotel genommen haben. Die Mitpraktizierende wollte einen anderen möglichen Grund anbringen, doch ich unterbrach sie und beharrte auf meiner Meinung. In diesem Moment erkannte ich noch nicht, dass sich meine Anhaftung nach Bequemlichkeit hinter meinem Urteil versteckt hatte.

Am nächsten Morgen ging ich zum Übungsplatz und traf zufällig den Mitpraktizierenden A aus jener Stadt. Ich sah die Gelegenheit, ihm eine Rückmeldung über das Hotel zu geben. Er hörte zu, aber nahm sie nicht an, sondern erklärte mir stattdessen, wie schwierig es sei, ein passendes Hotel zu finden. Er sagte außerdem, meine Logik sei nicht in Ordnung. Ich war verwirrt — welchen Zusammenhang gibt es zwischen Rückmeldung über das Hotelzimmer und Logik? Doch innerlich spürte ich, dass mein Herz bewegt war. Zum Glück begann gerade die Übungsmusik, und wir beendeten das unfreundliche Gespräch.

Während der Übungen dachte ich: Wir sind alle Kultivierende. Wenn Konflikte auftauchen, sollten wir nicht nach außen schauen, sondern nach innen. Ich fragte mich: Wo war ich unlogisch? Sofort kam ein Gedanke zu mir: Meine Prämisse war falsch.

Gestern Abend beharrte ich, dass lokale Mitpraktizierende faul seien und dadurch die Band mehrfach in dem gleichen schlechten Hotel untergebracht wurde. Diese Prämisse war jedoch falsch! Mitpraktizierender A hatte nichts von meiner Äußerung am Abend zuvor gehört, doch bemerkte er genau mein Problem. War das nicht ein Hinweis des Meisters durch seine Worte? Ich hätte solche negativen Gedanken und Beschwerden nicht haben sollen, nicht gegenüber einem Mitpraktizierenden, nicht gegenüber irgendwem oder irgendetwas.

Alles, was geschieht, hat einen Grund. Im Kultivierungsprozess geht es darum, unsere Anhaftung zu erkennen und zu beseitigen, unsere menschlichen Gedanken zu ändern und unsere Ebene zu erhöhen. Auch wenn es eine kleine Sache war, erkannte ich darin meine Anhaftung an Bequemlichkeit und meinen Groll.

In der Kultivierung gibt es keine kleinen Dinge. Die Band bietet uns die Möglichkeit, die Lebewesen durch Musik zu retten und zugleich eine Umgebung für unsere Kultivierung. Ich bin dankbar für das Arrangement des Meisters und die Hilfe der Mitpraktizierenden.

Das sind einige meiner Erkenntnisse. Falls etwas nicht korrekt ist, bitte ich um barmherzige Korrektur.

Vielen Dank, verehrter Meister!

Vielen Dank, liebe Mitpraktizierende!

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