Ein Mitpraktizierender aus der Band fragte mich, ob ich beitreten wolle, da neue Mitglieder gesucht wurden. Zunächst war ich begeistert, hatte aber auch Sorgen, da ich keinerlei Erfahrung mit Musik und Instrumenten hatte und nicht wusste, welches Instrument zu mir passen würde. Dieser Praktizierende bot mir an, eine Klarinette bei ihm auszuleihen. Ich kontaktierte den Koordinator und fragte, ob mir jemand die Grundlagen beibringen könnte. Die Leiterin der Klarinettengruppe erklärte sich bereit, mich zu unterrichten. Innerhalb weniger Tage hatte ich sowohl ein Instrument als auch eine Lehrerin. Ich wusste, dass dies der vom Meister für mich arrangierte Weg war, um Lebewesen zu erretten. Meine Pflicht war es nun, zu üben und der Band so schnell wie möglich beizutreten.
Meine Gruppenleiterin und ich leben in verschiedenen Ländern, also konnte sie mich nur online über Skype unterrichten. Die Klarinette zu lernen war keine leichte Aufgabe. Es war schwer, den richtigen Ton zu treffen und alle Griffe zu lernen. Jedes Mal, wenn ich eine Note aus dem Notenblatt spielte, musste ich in die Grifftabelle schauen. Es schien, als würde es Jahre dauern, die Klarinette zu lernen. Dank ihrer Geduld und Ermutigung machte ich langsame, aber stetige Fortschritte.
Viele Male wollte ich aufgeben, weil mir die aufrichtigen Gedanken fehlten. Gedanken wie: „Ich bin nicht fähig zu spielen“, „es gibt andere Projekte als die Marching Band“, oder „es ist eine Zeitverschwendung, etwas so Schwieriges anzufangen.“ kamen hervor. Ich zweifelte an mir selbst und war nicht konsistent im Üben. Ich hörte sogar für einige Monate komplett auf zu spielen und es schien unmöglich wieder anzufangen.
Doch dann kam eine Wende: Ich sah den Meister zum ersten Mal auf der Fa-Konferenz in New York 2016. Als ich ihn sah, brach ich in Tränen aus und wollte nicht von ihm weg. Als er gerade die Bühne verlassen wollte, bat ich in meinem Herzen: „Bitte komm zurück, Meister. Bitte geh nicht weg. Ich möchte dir noch zuhören.“ Zu meiner Überraschung kehrte der Meister ans Rednerpult zurück und sagte:
“Nach jeder Fa-Konferenz möchte ich hören und sehen, dass ihr es nach der Fa-Konferenz besser gemacht habt.”
(Fa-Erklärung auf der Fa-Konferenz in New York 2016)
Das war eine große Ermutigung für mich. Ich erkannte, dass ich das Lernen der Klarinette wieder aufnehmen musste und versprach mir selbst, nicht mehr aufzugeben, egal was geschah. Von da an war ich entschlossen, in die Marching Band einzutreten und verpflichtete mich, täglich eine Stunde zu üben.
Der Meister ist immer bei mir auf dem Weg. Immer wenn ich beim Klarinetteüben nachlässig wurde, hatte ich Träume, in denen ich den Zug zum Ziel verpasste, zu spät zur Aufführung kam oder meine Uniform oder sogar die Klarinette vergaß. All das waren Hinweise des Meisters, dass ich mich in diesem Projekt fleißiger bemühen sollte.
Die Tian Guo Marching Band gibt mir eine wertvolle Gelegenheit, Lebewesen zu erretten und meine Xinxing zu erhöhen.
Eigensinn an Bequemlichkeit
Anfangs mochte ich es nicht, ein Zimmer zu teilen und war verärgert, wenn jemand schnarchte. Manchmal wünschte ich mir, die Zeit möge schneller vergehen, damit ich in mein bequemes Zimmer zurückkehren konnte. Ich dachte nicht daran, dass jede Parade eine wertvolle Gelegenheit war, Lebewesen zu erretten und meine Xinxing zu kultivieren. Ich schaute die Namenslisten durch, um zu sehen, mit wem ich mir ein Zimmer teilen würde und war besorgt, wenn ich die Person nicht kannte. Besonders ungern wollte ich mit einer Praktizierenden zusammen sein, die laut schnarchte. Ich hoffte, nicht noch einmal mit ihr eingeteilt zu werden, doch wir wurden dreimal hintereinander im selben Zimmer untergebracht. Nichts geschieht zufällig.
Als ich meine Gefühle der Unzufriedenheit betrachtete, erkannte ich, dass mein Eigensinn an Bequemlichkeit offengelegt worden war.
Nach und nach verstand ich, dass jede Begegnung mit Mitpraktizierenden eine Gelegenheit war, Neues zu lernen, Freunde zu finden oder meine Xinxing zu erhöhen. Ich begann, die Dinge von der positiven Seite zu betrachten: Wenn ich mit chinesischen Praktizierenden zusammenwohnte, die kein Englisch sprachen, war es eine Chance, Chinesisch zu üben. Wenn jemand schnarchte, rezitierte ich „Falun Dafa hao, Zhen Shan Ren hao“ und schlief schnell ein. Wenn ich früh durch lauten Lärm geweckt wurde, machte ich die Meditationsübung. Heute ist es für mich in Ordnung, mit jedem zusammenzuwohnen und ich sehe die Namensliste meist erst bei Ankunft im Hotel.
Ich war wählerisch beim Essen und lehnte bestimmte Speisen ab. Die Zutaten prüfte ich sehr genau und wenn mir das Essen nicht gefiel, beschwerte ich mich innerlich: „Kein Salat“, „zu salzig, zu ölig oder zu süß“. In einem Minghui-Podcast wurde erwähnt, dass der Meister, als er in China das Fa verbreitete, oft Instantnudeln aß und auch keine Lebensmittel verschwendete.
Der Meister sagte im Zhuan Falun (Lektion 7):
“Eigentlich ist es egal, womit man sich satt isst, wenn die Anhaftung wirklich beseitigt ist.”
Im Rückblick kommt der Eigensinn an gutem Essen vom Eigensinn der Bequemlichkeit. Mein menschlicher Gedanke war, dass ich nach einem langen Tag ein gutes Essen verdient hätte. Ich schämte mich, dass ich im vergangenen Jahr die Hälfte des Brotes weggeworfen hatte, das die griechischen Praktizierenden für die Band gebacken hatten. Die örtlichen Praktizierenden hatten Mühe und Arbeit hineingesteckt. Ich hätte es wertschätzen sollen, anstatt mich zu beschweren.
Der Eigensinn an Bequemlichkeit zeigte sich auch in meiner ausweichenden Haltung gegenüber älteren vietnamesischen Praktizierenden. Ich hatte Vorurteile: In meinen Augen waren sie laut, redselig und neugierig. Ich war nicht nur eingeschüchtert, wenn sie mir persönliche Fragen stellten, sondern auch verlegen über ihr Verhalten. Also wich ich ihnen meist aus. Doch als immer mehr vietnamesische Praktizierende der Band beitraten, musste ich öfter mit ihnen interagieren. Stück für Stück begann ich, die positiven Seiten zu sehen.
Entgegen meines Vorurteils waren sie fürsorglich und freundlich, besonders die vietnamesischen Praktizierenden aus Tschechien. Ihre Hingabe, Essen für die Bandmitglieder vorzubereiten und in jeder Kleinigkeit aufeinander zu achten, berührte mich. Ich erkannte, dass ich selbst die Egoistische war, die keine Unannehmlichkeiten wollte. Mit der Kultivierung der traditionellen chinesischen Kultur, in der Respekt gegenüber Eltern und Älteren ein zentraler Wert ist, entwickelte ich die Einstellung, Ältere zu achten und entwickelte die Bereitschaft, mich um sie zu kümmern. Ein Praktizierender sagte mir sogar, mein Gesichtsausdruck sei entspannter geworden.
Ich möchte ein Gedicht aus Hong Yin zitieren, das meine Ausdauer stärkt:
Vollendung, Buddhafrucht erhalten,
Bitternis ertragen für Freude halten.
Den Körper ermüden, keine Bitternis,
Das Herz kultivieren, das Schwierigste.
Jeder Paß, da hindurch müssen,
Überall Dämonen.
Hundert Bitternisse gleichzeitig herabfallen,
Dann sehen, wie er lebt.
Weltliches Leiden ertragen können,
Aus der Welt, Buddha sein.
17.12.1976 (Hong Yin I)
Im Juli 2019 fand in Pori (Finnland) das größte gesellschaftliche Diskussionsfestival statt, bei dem zahlreiche Politiker und bekannte Persönlichkeiten anwesend waren. Es fiel zeitlich mit der Parade der Tian Guo Marching Band zusammen. Pori liegt rund 250 km von meinem Wohnort entfernt. Ich beschloss, ein Auto zu mieten und nach Pori zu fahren, anstatt an der Parade teilzunehmen. Der Grund war, dass nicht genügend Praktizierende dorthin fahren würden. Ich dachte, ich müsse dorthin und könnte nebenbei meine Fahrpraxis verbessern.
Doch auf dem Weg passierte ein Vorfall: Das Auto blieb liegen, als ich auf die Autobahn auffahren wollte. Ich geriet in Panik, da jedes Auto von hinten auffahren könnte. Ich rief die Mietfirma an und am Ende musste das Auto abgeschleppt werden. Am nächsten Tag mietete ich ein anderes Fahrzeug. Später erhielt ich eine Rechnung von über 1000 Euro. Der Wagen war kaputtgegangen, weil ich den falschen Treibstoff getankt hatte. Ein unglaublich dummer Fehler meinerseits.
Im Rückblick erkannte ich, dass ich eine Lücke hatte, die die alten Mächte ausgenutzt hatten. In Wahrheit war es mein Eigensinn an Geld, der als Vorwand diente, nicht an der Parade teilzunehmen. Oberflächlich schien es vernünftig, nach Pori zu fahren, da es ein wichtiges Ereignis war und wir dort nicht genug Praktizierende hatten. Doch mein berechnender Gedanke versteckte sich dahinter: Die Autokosten waren geringer als die Flug- und Unterkunftskosten für die Parade. Mein Herz war nicht im Einklang mit dem Fa, ich handelte nur oberflächlich.
Wenn nicht der Schutz des Meisters gewesen wäre, hätte ich sogar in einen Unfall geraten können. 1000 Euro zu verlieren, war kein großes Ding.
Der Meister sagte:
“An jedem Gedanken und jeder Handlung von euch kann der Meister ablesen, was für einen Eigensinn ihr habt. Ich habe die größte Abneigung gegen diejenigen, die nur reden aber nichts machen. Ich mag die Schlitzohren auch nicht. Ich mag die Schlichten, die mit beiden Beinen auf dem Boden stehen und die Dinge tun. Ich hoffe auch, dass ihr durch die Kultivierung so vieler Jahre die Weisheit im positiven Sinne vermehrt habt, und nicht zu viel gelernt habt bezüglich des schlauen Umgangs mit den Menschen.”
(Fa-Erklärung auf der Fa-Konferenz in New York 2010)
Auch wenn ich manchmal gestolpert bin, bin ich dank der Führung und des Schutzes des Meisters bis heute standhaft geblieben. Ich bin außerdem dankbar für die Hilfe und Unterstützung der Mitpraktizierenden in der Marching Band. Lasst uns gemeinsam voranschreiten und den letzten Abschnitt unseres Weges fest und entschlossen gehen.
Das Gesagte entspricht meinem derzeitigen Verständnis. Bitte weist mich barmherzig auf Unangemessenes hin.
Danke, verehrter Meister!
Danke, liebe Mitpraktizierende!
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